Live on Stage: 2026-10-14 Behemoth @ Zenith

Der Sommer neigte sich dem Ende zu, die kalte Jahreszeit begann.
Die Tage wurden kürzer, die Abende dunkler.
Die perfekte Zeit für düstere Klänge im Zenith.

Eine lange Schlange hatte sich vor der Halle gebildet, denn gleich drei große Black-Metal-Bands standen auf dem Programm.

Auch wenn sich die Halle zunächst nur langsam füllte, strömten stetig weitere Besucher hinein. Zum Auftritt der ersten Band war sie bereits halb voll. Gleich beim zweiten Song von Dark Funeral fragte Heljarmadr (Gesang): „Könnt ihr mir eure Stimme leihen? … Hail Satan!“ Die Menge stimmte lautstark mit ein. Insgesamt blieb das Publikum jedoch noch vergleichsweise ruhig. Dass der Auftritt bereits nach einer halben Stunde endete und die Bühne für die nächste Band umgebaut wurde, dürfte daher für die meisten verkraftbar gewesen sein.

Der Umbau dauerte zwar genauso lange wie der Auftritt der ersten Band, doch anschließend stand bereits einer der beiden Headliner des Abends auf dem Programm.

Dimmu Borgir sorgten mit einem großen Vorhang und okkulten Klängen im Hintergrund zunächst für Spannung. Als dieser schließlich fiel, setzte eine imposante Lichtshow ein, die für zusätzliche Atmosphäre sorgte. Bereits beim ersten Song war das Publikum voll dabei. Das lag nicht nur an der ausgeprägten Melodik der Musik, sondern auch daran, dass der letzte Konzertauftritt der Band in Deutschland bereits sechs Jahre zurückgelegen hatte. Im Laufe des Sets zeigte die Band immer wieder ihre Vielseitigkeit. Mit dem vierten Song wurde die Stimmung deutlich düsterer: Shagrath (Gesang) wechselte passend dazu sein Outfit, während Feuerschalen die Bühne in ein bedrohliches Licht tauchten. Den Höhepunkt dieser Inszenierung bildete ein Ziegenschädel, den er dem Publikum entgegenstreckte. Spätestens da wurde deutlich, wofür die Menge gekommen war: Von der ersten bis zur letzten Reihe hallten laute „Hey“-Rufe und begeisterter Jubel durch die Halle.

Pünktlich nach Zeitplan endete der Auftritt von Dimmu Borgir. Auch der Umbau für den Headliner des Abends war anschließend abgeschlossen.

Behemoth eröffneten ihren Auftritt mit einer gewaltigen Feuershow, wie man sie von der Band kannte und erwartete. Auch hier überzeugte die Band mit viel Bewegung, die das Publikum sofort mitriss. Die imposanten Bühnenaufbauten wurden dabei ausgiebig in Szene gesetzt und geschickt in die Show eingebunden. Nergal (Gesang) suchte immer wieder die Nähe zum Publikum und trat häufig bis an die Bühnenkante oder auf die Lautsprecher am Fotograben heran. Als er später fragte: „Wie viele waren das letzte Mal hier?“, meldete sich fast die Hälfte der Halle. Insgesamt zeigte sich das Publikum äußerst enthusiastisch. Auch bei Behemoth wurden die Outfits passend zum jeweiligen Songstil angepasst. Im weiteren Verlauf steigerte sich die Inszenierung noch einmal deutlich. Nergal stand auf einem schmalen, hohen Podest in der Bühnenmitte, flankiert von zwei Feuerschalen am Boden. Zwei Flammenwerfer in seinen Händen setzten ihn zusätzlich brachial in Szene. Wie heiß es auf der Bühne zuging, ließ sich seinem Gesicht deutlich ansehen. Zwischen den Gesangspassagen schüttelte er schweißüberströmt den Kopf. Später folgte eine auffällig lange Pause, bei der unklar blieb, ob ein technischer Defekt vorlag oder bewusst Spannung aufgebaut wurde. Darauf folgte ein Gastauftritt von Shagrath beim Venom-Song „In League With Satan“, dessen ursprünglicher Sänger Conrad erst kurz zuvor verstorben war. Auch Orion (Bass) suchte anschließend den direkten Kontakt zum Publikum. Er spielte vom Graben aus und stieg auf das Trittbrett am Geländer, wodurch er der Menge besonders nahekam. Schließlich näherte sich die Show ihrem vermeintlichen Ende: Nergal riss sich die Gitarre vom Leib, während die Band an die Bühnenkanten trat und Plektren ins Publikum warf. Die Menge schien sich bereits damit abgefunden zu haben, dass der Auftritt vorbei war. Im Saal ging das Licht an, doch dabei blieb es nicht. Nach kurzer Zeit wurde es wieder dunkel und das Intro zur unerwarteten Zugabe setzte ein. Nergal trat im Mantel auf, während dichter Nebel die Bühne einhüllte und das Finale einleitete. Im verbliebenen Nebel verschwand die Band schließlich ohne weiteres Spektakel von der Bühne.

Nach einem düsteren und okkulten Abend ging das Licht in der Halle endgültig an und die Besucher verließen das Zenith. Einige waren von der Feuershow sichtlich durchgeschwitzt, doch die Gesamtinszenierung des Abends hatte das Publikum offenbar überzeugt.

Bilder des Abends findet ihr wie immer in unserer Gallery.

Behemoth

Dimmu Borgir

Dark Funeral

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