Live on Stage: 2026-09-18 Fear Factory @ Nachtwerk
Kurzfristig musste das Konzert vom Kesselhaus ins Nachtwerk verlegt werden. Eine unerwartete Änderung der Location, die der Vorfreude des Publikums jedoch keinen Abbruch tat.
Den Anfang machten Nocturnal Affair. Zu Beginn war noch wenig los. Ob dies an der kurzfristigen Verlegung oder am recht frühen Beginn der Show lag, ließ sich nicht sagen. Im Vergleich zum späteren Headliner fiel die Opener-Band eher ruhig aus, was die bereits anwesenden Zuschauer jedoch nicht davon abhielt, bei den ersten Songs mit dem Kopf mitzunicken. Die ruhigen Melodien spiegelten sich zwar in den Bewegungen des Publikums wider, auf der Bühne herrschte dagegen deutlich mehr Energie. Andy und Dru zeigten nicht nur an den Gitarren, was sie konnten, sondern demonstrierten auch ausgiebig, wie Headbangen richtig ging.
Nach zahlreichen eigenen Songs, die für das Publikum noch neu waren, folgte zum Abschluss ein Stück, bei dem alle mitsingen konnten. „What Is Love?“ erwies sich als gut gewählter Klassiker, bei dem das gesamte Publikum sofort einstieg und der den Auftritt wunderbar abrundete.
Nach einem schnellen Bühnenumbau wurde es düster. Hate marschierten auf die Bühne und ließen mit deutlich größerer Härte ihren Black Metal über das Publikum donnern. Vereinzelte Fans begannen bereits beim ersten Song mit dem Headbangen. Mit durchgehend rotem Licht und vereinzelten Blitzen hielt sich die Band bei der Bühnenshow eher zurück. Die Extravaganz des Genres ließ sich dabei nicht unbedingt an den Reaktionen des Publikums ablesen, denn ein grimmiger Blick und verschränkte Arme konnten bei Black-Metal-Fans offenbar bereits als Zeichen der Begeisterung gelten. Besonders auffällig war, dass kaum Handys im Publikum zu sehen waren. Stattdessen genossen die Menschen die Show und die Musik ganz unmittelbar.
Auch die nächste Band zeigte sich wieder abwechslungsreich. Crystal Lake überzeugten mit ihrem Metalcore und voller Energie. Die schnellen Rhythmen und der große Bewegungsdrang der Band steckten das Publikum sofort an. Über die gesamte Show hinweg war alles dabei: Klatschen, Circle Pits und wildes Springen zum Takt. Die Band ließ es sich außerdem nicht nehmen, nicht nur für, sondern auch mit dem Publikum zu performen. Mit viel Blickkontakt, Knien an der Bühnenkante und weiteren Interaktionen suchten sie die Nähe zu den Zuschauern. Diese Nähe wurde direkt erwidert, als einige Fans auf die Bühne durften, um anschließend Crowdsurfing zu betreiben. Die Band zeigte sich davon nicht nur begeistert, sondern feuerte auch die übrigen Zuschauer an, ihre Arme noch weiter nach oben zu strecken. Der Beifall zum Abschied machte deutlich, wie gut die Show angekommen war.
Nun ging es endlich zum Headliner. Während die Umbaupausen bei den bisherigen Bands für einen Besuch an der Bar oder die Suche nach frischer Luft genutzt worden waren, ging es nun vor allem um den besten Stehplatz. Kaum waren Crystal Lake von der Bühne verschwunden, drängten sich viele Zuschauer nach vorne.
Schon ab dem ersten Song war zu merken, wofür alle gekommen waren. Textsicher begleitete das Publikum die Klassiker der Band, während auch die neueren Songs mit voller Energie gefeiert wurden.
Später wurde die Energie auf der Bühne durch den Gastauftritt von John, dem Sänger von Crystal Lake, noch einmal gesteigert. Beide Sänger bildeten ein Gesangsduo, das sich hervorragend ergänzte. Das war nicht nur zu hören, sondern zeigte sich auch deutlich an der Reaktion des Publikums. Doch was wäre ein solcher Gastauftritt ohne ein spektakuläres Ende? John nahm Anlauf und sprang mit dem Mikrofon in die Menge, um den Song beim Crowdsurfen zu Ende zu singen. Auch Milo suchte den direkten Kontakt zum Publikum und verteilte Handshakes, High Fives und Fistbumps, während hinter den ersten beiden Reihen die Zuschauer in den verschiedensten Formen von Pits ihrer Energie freien Lauf ließen.
Mit einem abwechslungsreichen Genre-Mix endete ein Abend, bei dem für jeden etwas dabei gewesen war und der sicherlich noch lange vielen Besuchern im Gedächtnis bleibt.
Bilder des Abends findet ihr wie immer in unserer Gallery.