Live on Stage: 2025-11-26 Electric Callboy @Olympiahalle Muc

Endlich hatten wir es mal geschafft etwas eher in München zu sein. Um uns vorab etwas zu stärken, wollten wir noch eine Kleinigkeit Essen gehen – in einem nahegelegenen Sportheim. Das allein war schon ein ganz spezielles Erlebnis.

Neben uns war bereits ein Tisch belegt und der Wirt fragte uns, ob wir auch wegen dieser Techno Metal Band hier in München wären. Daraufhin erzählte er uns was von DJ Bobo aus den 90ern (irgendwie ein süßer Vergleich mit Electric Callboy, oder?!) und wollte genauer wissen, was die für Musik machen. Long Story short: unser Schnitzel konnten wir mit musikalischer Begleitung von Electric Callboy auf Spotify genießen. Welch Einstimmung! Zum Abschied gab es dann noch für jeden in der seperaten Bar einen Limoncello aufs Haus. Danach mussten wir uns aber etwas beeilen, um die Vorband nicht zu verpassen – und das wäre wirklich eine Schande gewesen!

Übrigens wusste ich bis dato noch gar nicht, wer denn den Support machte. Ja… so unvorbereitet war ich selten. Aber dafür gab es eine wirklich positive Überraschung, als ich hörte, dass Wargasm und Bury Tomorrow die Vorbands waren. Beide waren mir ein Begriff.

Pünktlich um 19.30 Uhr enterten Wargasm die Bühne. Und das gleich mit einer Power, die ihresgleichen sucht. Links und rechts auf den Bildschirmen prangte der Slogan „Angry Songs for sad people“ und passend dazu war die meiste Zeit die Bühne in ein rotes Licht gehüllt.

Wie eine Naturgewalt fegte die Band mit ihrer Sängerin und Sänger über die Bühne und heizte dem Publikum ordentlich ein. Nett anzusehen waren auch die beiden Musiker im Hintergrund, die teilweise wie besessen auf das Schlagzeug eindroschen.

Immer wieder mussten sie sich mit bereitstehenden Wasserflaschen abkühlen – und die ersten Reihen kamen auch in den Genuss. Aber das war auch nötig, denn spätestens ab dem dritten Lied ging es rund! Und das ganz wortwörtlich, nämlich mit einem Circle Pit. Aber auch  zum mitspringen und crowdsurfen lies sich die Menge hinreißen. Kurz vorm Ende, wollte die Band noch „mehr“ und animierte die Zuschauer noch ein letzten mal, alles zu geben. Der Sänger machte ein beeindruckendes Stagediving (mit Mikrofon und Kabel!), ehe sie wild klatschend um 20.00 Uhr von der Bühne verabschiedet wurden.

Selten so einen Abriss erlebt bei einer Vor-Vorband – und das auch noch ein einer so großen Halle. Meinen tiefsten Respekt!

20 Minuten musste sich das Publikum gedulden, ehe es dann mit Bury Tomorrow weiter ging.

Gestartet ist die Performance der Briten mit einem Alarm und einer entsprechenden Mitteilung ganz im Stil von „The Purge“ (Film/Serie). Mit den ersten Tönen der Band wurde sofort ein riesiger Circle Pit gestartet. Nach dem dritten Lied gab es eine Laola-Welle quer durch die Arena, welche erstaunlich gut funktioniert hat. Hätte man es nicht gewusst, hätte man wohl niemals angenommen, dass es sich „lediglich“ um die Vorband handelte. Nachdem Wargasm gefühlt bereits die Hütte zum brennen gebracht haben, haben Bury Tomorrow tatsächlich noch einen drauflegen können. Die ganze Arena war am mitfeiern – selbst auf den Rängen war Party angesagt.

Stimmungsmäßig stellten sie damit viele Hauptacts in den Schatten, die wir bisher erleben durften.

Einen krönenden Abschluss gab es beim letzten Lied (Black Flame), als – nach Aufforderung – eine gigantische Menge an Crowdsurfern unterwegs war. Das Bild war atemberaubend. 45 Minütige Abrissparty Deluxe.

Nach einer weiteren 20 minütigen Wartezeit war es dann für den Hauptact Electric Callboy so weit.

Electric Callboy war mir zwar immer ein Begriff – und unser Chris hat sie auch bereits ablichten dürfen – aber so wirklich konnte ich nie etwas mit ihnen anfangen. Wahrscheinlich, weil ich einfach das Konzept dahinter nicht verstehe bzw. verstanden habe. Immerhin haben sie stellenweise doch einen sehr wilden Genremix. Aber außer Frage steht, dass ihre Fangemeinde stetig am wachsen ist. Ich war wirklich gespannt, mir die Combo live anzusehen.

Kurz am Rande: 6 Jahre ist es her, dass Chris sie in der Münchener Tonhalle fotografiert hat (damals noch unter Eskimo Callboy). D. h. sie haben es innerhalb dieser doch recht kurzen Zeit geschafft, ihr Publikum, um satte 750 % zu steigern. Schon allein das spricht wohl für sich… (Ok, das haben sie im Grunde bereits nach 4 Jahren geschafft, denn 2023 waren sie bereits in der Münchener Olympiahalle – allerdings weiß ich nicht, ob diese ebenfalls ausverkauft war)

Einstiegslied war ebenfalls der Titel der aktuellen Tour „Tanzneid“. Gekleidet in Daunenwesten legten sie gleich mit Vollgas los – und das Publikum feierte ordentlich mit. Es folgte ein Feuerwerk nach dem anderen – nicht nur wörtlich, sondern auch Showtechnisch. Die doch recht häufigen Outfitwechsel unterstrichen die wilde Party. Und genau das war es: eine riesengroße Party. Selbst auf den Rängen saß kaum jemand an seinen Platz. Die meisten standen und feierten die wilde Party mit. Trotz wildem Mix aus allem was man sich so vorstellen kann, war es insgesamt tatsächlich eine runde Sache.

Unterm Strich lässt sich wohl einfach sagen, dass es 6 Jungs sind, die genau das machen, was sie gerne machen und woran sie wirklich Spaß haben – nicht mehr und nicht weniger. Und wahrscheinlich ist es genau das, was diese Band so besonders macht und einfach zum mitmachen einlädt.

Das Besondere dieses mal für uns (und ja eigentlich auch für euch): wir konnten die Stimmung im Publikum gut einfangen, da es uns erlaubt war, uns frei in der Halle zu bewegen (normalerweise ist nach drei Liedern aus dem Graben geschossen Schluss). Wir sind froh, dass wir diese besonderen Momente einfangen konnten und so noch eine bessere Dokumentation dieses wirklich unglaublichen Abends bieten können.

Die Bilder findet Ihr natürlich wie immer in unserer Gallery.

Wargasm

Bury Tomorrow

Electric Callboy

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