Live on Stage: 2025-12-20 Kraftwerk @ Zenith München

Meditative Elektroklänge wabern aus dem Zenith in München.
In gemächlichem Tempo füllt sich der Saal.

Kraftwerk sind wieder zu Gast – die Elektro-Urgesteine Deutschlands.

Dass die Show nicht einfach in jeder Stadt gleich abläuft, zeigt sich bereits beim Song „Spacelab“, in dem Videosequenzen aus München zu sehen sind. Im Originalvideo landet das Raumschiff bekanntlich in Berlin.

Allgemein bot die riesige LED-Leinwand im Hintergrund eine imposante Lichtshow, während die Band in LED-Streifenanzügen und hinter beleuchteten Pulten dagegen eher schlicht wirkte.

Beim wohl bekanntesten Lied „Das Model“ lief das passende, klassische Schwarz-Weiß-Video auf dem Bildschirm. Das ließ sich das Publikum nicht entgehen: In Massen schnellten die Handys nach oben. Fast ein magischer Anblick – so viele kleine Displays, auf denen überall das Gleiche zu sehen war.

1981 unternahm die deutsche Elektronik-Pionierband Kraftwerk eine Tournee, bei der sie unter anderem ihr erstes Konzert in Tokio, Japan, gab. Dort lernte Ralf Hütter den japanischen Komponisten und Musiker Ryūichi Sakamoto kennen, mit dem die Band fortan eine enge Freundschaft pflegte. Später bezeichnete Hütter diese Beziehung als „Freunde für immer“.

Sakamoto ist nicht nur für seine Solo-Karriere und seine Arbeit als Filmkomponist bekannt, sondern spielte auch eine Rolle in Kraftwerks Musik: Er übersetzte für die Band Texte ins Japanische, etwa für das Stück „Radioaktivität“, das so Bezug auf japanische Begriffe zur Atomkraft nimmt. In Erinnerung an Sakamoto, der 2023 verstarb, spielten Kraftwerk bei ihren neueren Konzerten eine Interpretation von „Merry Christmas, Mr. Lawrence“, einer seiner bekanntesten Kompositionen für den gleichnamigen Film-Soundtrack – worauf direkt die kurze Geschichte von Ralf live folgte.

Als sich der Abend dem Ende näherte, lief der Song „Boing Boom Tschak“, nach dem sich jedes Bandmitglied einzeln vor dem Publikum verneigte und die Bühne verließ. Aus dem Off erklang die Verabschiedung:
„Gute Nacht und auf Wiedersehen.“

Für einen kurzen Moment wurde es dunkel, was das Publikum mit Jubel und Pfiffen kommentierte, während sich einige bereits auf den Heimweg vorbereiteten. Als es dann überraschend wieder hell wurde, blieben alle stehen. Es folgte noch ein Song, der an diesem Abend wohl den meisten gefehlt hätte: Mit „We Are the Robots“ heizten Kraftwerk noch einmal so richtig ein.

Nach dem nun wirklich letzten Song traten die Bandmitglieder neben ihre Pulte, verneigten sich und verließen nach anhaltendem Applaus die Bühne.

So vergingen knapp über zwei Stunden mit einer der bekanntesten Bands Deutschlands.

Bilder des Abends findet ihr wie immer in unserer Gallery.

Kraftwerk

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