2022-10-18 Godsmack @ Zenith München

Als das Zenith endlich in Sichtweite geriet und man bereits eine beachtliche Menschenmenge vor der Halle antraf, wuchs die Vorfreude auf diesen Abend.

Achtung Spoiler: ich wurde auch nicht enttäuscht! 😉

Zuvor versuchte ich noch herauszufinden wer Godsmack supporten würde. Leider vergeblich. Wie sich herausstellte lag das aber nicht an meinen mangelnden Recherche Fähigkeiten, sondern es gab tatsächlich keine Vorband. Das kommt auch nicht sehr oft vor…

Um 20 Uhr war die Halle nur mäßig gefüllt, aber als etwa 20 Minuten später das Intro abgespielt wurde, füllte sich das Zenith rapide. Als Einstieg in den Hardrock Abend diente ein kurzer Film bzw. Remix von Queens „we will rock you“ von den Beastie Boys (Mix Master Mike), welcher an einen Vorhang projiziert wurde, der die Bühne verhüllte.

Als dieser dann endlich viel, stieg die Spannung und ein weiterer Vorhang kam zum Vorschein, auf dem in Übergröße das Godsmack Logo prangte.

Die Stimmung heizte sich auf, bis es endlich soweit war und auch dieser Sichtschutz fiel.

Als Einstieg wurde gleich „when Legends rise“ von ihrem aktuellen Album gespielt. Passender hätte es kaum sein können. Bereits von Anfang an wurde mächtig Gas gegeben. Das Publikum war voll dabei und wurde mitgerissen.

Übrigens waren die Zuschauer auffällig „bunt“ gemischt. Vom Rentner bis zum kleinen Mädchen war alles dabei. Ein Mädchen von etwa 10 Jahren, gekleidet in ein pinkfarbenes Godsmack Shirt, tanzte und sang etwas Abseits mit voller Inbrunst. Es war wirklich schön zu beobachten. Für die nächste Generation ist also gesorgt! So wünscht man sich das!

Es ist immer wieder schön zu sehen, dass die Musik so viele Menschen miteinander verbindet und sie Gleichheiten finden lässt, obwohl sie im ersten Moment doch so unterschiedlich erscheinen mögen.

Godsmack gab mächtig Vollgas. Erst bei etwa der Hälfte des Sets wurde eine kleine Pause eingelegt um das Publikum noch etwas mehr zu animieren. Die Männer wurden aufgefordert, ihre antrainierten Muskeln auch zu benutzen und die Damen im Publikum auf die Schultern zu nehmen. Auch die Taschenlampenfunktion der Handys sollte genutzt werden. „Light it up! Light it up! Light it up!“ wurde gefordert und das Publikum kam der Bitte unverzüglich nach. Dieses ganze Spektakel rund um ihren Song „something different“ wurde dann auch aufgezeichnet und wird wahrscheinlich in absehbarer Zeit als Livevideo zu sehen sein.


Im Anschluss wurde mit „Voodoo“, einem Lied aus ihrem ersten Album 1998 etwas ruhigere und mystischere Töne angeschlagen.
Aber nur um danach gleich wieder aufs Gaspedal zu drücken.
Etwa 10 Minuten lang gab es eine instrumentale Einlage vom Feinsten. Vermeintlich wie aus dem Nichts erschien plötzlich ein zweites Schlagzeug, hinter dem der eigentliche Sänger verschwand. Dazu muss man noch wissen: bevor er Godsmack gründete, war er jahrelang selbst als Schlagzeuger tätig. Und man hat ihm die Leidenschaft für dieses Instrument angemerkt. Selten hat ein solches Solo so viel Spaß gemacht. Es war auch ein wenig aufgebaut wie ein kleines Schauspiel. Zuerst spielte Sully das Schlagzeug nur mit seinen eigenen Händen als Werkzeug, begleitet durch den eigentlichen Schlagzeuger. Irgendwann wurde daraus so etwas wie ein Kampf, indem sie sich gegenseitig anstachelten und hochschaukelten. Voller Inbrunst und Leidenschaft schlugen beide Mitglieder auf ihre Instrumente ein. Es mutete zwischenzeitlich ein wenig an, wie ein Kampf der Giganten.

Abgeschlossen wurde ihr Set durch ihren neuesten Song „Surrender“. Dieser wird auf ihrem neuen Album zu finden sein, welches im Februar 2023 erscheinen wird. Auch hier war das Publikum erstaunlich Textsicher und man konnte kaum einen Unterschied erkennen zu ihren Klassikern. Auch das schaffen nicht viele Bands.

Als Zugabe wurden etwas ernstere Töne angeschlagen und „under your scars“ aus ihrem aktuellen Album wurde gespielt – begleitet von Sully am (weißen) Piano.
Zuvor machte dieser noch Werbung für die „Scars Foundation“, welche er zusammen mit den anderen Mitgliedern der Band gründete. Anlass hierfür war der massive Verlust an (Musik-) Kollegen und Freunden, die in den vergangenen Jahren Selbstmord begangen haben. Mit ihrer Stiftung möchten sie generell auf die Probleme im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit aufmerksam machen. (Mehr Infos zu der Stiftung findet ihr übrigens unter www.godsmack.com)

An dieser Stelle noch ein kleines Zitat. „No matter what your scars are – abuse, mental illness, disabilities, bullying, addiction – none of them are defects, but a part of your unique store. We are all imperfectly perfect.“
Es war ein emotionaler Moment. Für die Band – als auch fürs Publikum.

Endgültig abgeschlossen wurde der Abend mit „Bulletproof“, sowie ihrem absoluten Klassiker „I stand alone“.

Fazit des Abends: nicht immer braucht es eine Vorband um das Publikum anzuheizen. Es scheint auch Bands zu geben, die dies ganz alleine schaffen.

Chapeau für diesen wirklich gelungenen Abend!
Mehr gibt es nicht mehr zu sagen. Für mehr Eindrücke schaut einfach in unsere Galerie. Bilder sagen bekanntlich ja mehr als tausend Worte!

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