Festival Bericht Rock am Härtsfeldsee 2018

1997 war ein gutes Jahr für die süddeutsche Festival-Szene. Während in Abtsgmünd das erste Summer Breeze an den Start ging, hatte man bei der Dischinger Jugend alle Hände mit der Organisation des eigenen Festivals, des ersten Rock am Härtsfeldsee zu tun.

Beide Festivals haben inzwischen ihr 20. Jubiläum hinter sich, beide werden inzwischen von einer hochprofessionellen Organisation getragen, beide sind inzwischen regelmäßig Gastgeber für nationale und internationale Ausnahmekünstler. Doch während in Dinkelsbühl, wo das Summer Breeze inzwischen stattfindet, jedes Jahr um die 40.000 Menschen ihre Zelte aufstellen, geht es am Härtsfeldsee mit um die 4.000 Gästen familiärer zu. Wer zum ersten Mal am Härtsfeldsee zu Gast ist, braucht oft ein Bisschen, um sich daran zu gewöhnen, dass einfach alles ein Stückchen weniger hektisch ist. Es gibt keine Rennereien zwischen verschiedenen Stages, keine extremen Warteschlangen am Einlass – und das, obwohl man in den letzten Jahren bei der Sicherheit dem Zeitgeist gefolgt ist und sehr gründlich kontrolliert. Hinter der Sicherheitsschleuse setzt sich das familiäre Bild fort – alle Generationen sind vertreten, der Nachwuchs wird ist mit vielen Kindern und Jugendlichen vertreten, die in der Organisation mithelfen, Souvenirs verkaufen oder auch einfach mit ihren Eltern Spaß auf dem Festival haben. Hier fühlt man sich wohl, und bekommt auf die Ohren. Der namensgebende See sorgt dabei für Abkühlung, wenn es auf dem Zeltplatz mal wieder zu heiß wird.

 

Das diesjährige RaH fand von Freitag bis Samstag am 29. und 30.06. statt. Der Freitag bot dabei eine bunte Mischung: Xplict und Grizzly heizten die Stimmung erst mal an, auf Lord of the Lost folgten Mr. Hurley & die Pulveraffen, die wiederum von Iced Earth abgelöst wurden bevor Testament dem Abend ein würdiges Ende verschafften.

Der Samstag legte dann nochmal einen Zahn zu. Nachdem statt der Glocken zum Gebet die Jungs von Tenside zum Bangen geläutet haben, gaben die Raketenforscher von Turbobier einen Intensivkurs in musikalischem Hopfismus und Hektoliteratur. Die Metalcore-Profis von Annisokay hatten einige Technikprobleme, weshalb die Show deutlich später als geplant startete und entsprechend kürzer ausfiel. So ärgerlich das war, hatte das Publikum immerhin die Gelegenheit, sich von Dave Grunewald’s Fähigkeiten als Alleinunterhalter zu überzeugen, der die Stimmung erhielt, während Band und Technik an den Problemen arbeiteten. Die Auftritte von Death Angel, Betontod und Accept waren dann wieder wie man es sich gewünscht hat: Laut, mit ausrastender Menge und Musikern auf der Bühne, die merklich jede Sekunde genossen.

 

Uns geht es wie allen, die wir an dem Wochenende getroffen haben: wir hatten verdammt viel Spaß. Der 28. Und 29. Juni 2019 sind in unseren Kalendern schon mal markiert. Denn da startet das 23. Rock am Härtsfeldsee, und wir werden sicher wieder am Start sein.