Postmodern Jukebox feiern eine Party im Löwensaal – mit mehr als 1.000 Freunden

Als Scott Bradlee vor ein paar Jahren einige Ideen für neue Arrangements von bekannten Pop-Songs im Stil vergangener Jahre kamen, konnte er selbst kaum wissen, wohin die Reise geht. Die ersten Videos wurden mit befreundeten Künstlern in seinem Keller in Queens, New York gedreht. Ein paar Jahre und virale YouTube-Hits später sind Mitglieder des Ensembles einmal mehr auf Europatour – mit einem Tourbus, auf den Lamb of God neidisch wären. Gestern machte dieser Bus in Nürnberg halt, und wir waren natürlich für euch dabei.

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Die Stimmung des Abends wurde bereits beim ersten Lied gesetzt: Ihre Version von „All About that Bass“ hat auf YouTube fast 38 Millionen Klicks, über 300.000 Likes und den Löwensaal direkt zum Kochen gebracht. Auch nach diesem starken Einstieg war die Musik nicht zum Entspannen geeignet. Auf das Stück folgte eine selbstsichere Interpretation von Michael Jacksons „Thriller“, die natürlich nicht ohne Moonwalk auskam, aber auch von einer tap-dancerin mit Energie versorgt wurde. Wie viel Energie die Protagonisten auf die Bühne brachten konnte man auch daran sehen, dass kurz nach der ersten Konzerthälfte die Membran der Bass Drum bereits eilig mit viel Tape ausgebessert werden musste.

 

Unterm Strich war der Abend ein – wie man erwarten durfte – handwerklich perfekter Rundumschlag durch aktuell populäre Songs. Was den Abend für unseren Redakteur besonders machte, war aber etwas anderes:

 

Von der ersten bis zur letzten Note war klar, dass hier befreundete Musik-Nerds auf der Bühne sind, um gemeinsam Spaß zu haben. Sowohl innerhalb der Band als auch zwischen Band und Publikum gab intensiven Austausch. Die Musiker haben sich gegenseitig während ihrer Soli angefeuert, und abgeklatscht als deren Ende von tosendem Applaus begleitet wurde. Unterm Strich fühlte es sich tatsächlich an, als hätte die Band für sich selbst eine Party veranstaltet, und die Zuschauer eingeladen, doch mitzufeiern.

 

Einer unserer ersten Gedanken war, dass es schade ist, dass ein so grandioses Ensemble nicht auf viel größeren Bühnen spielt. Am Ende des Konzertes war klar, dass das gut so war. Die besondere Atmosphäre im Löwensaal konnte nur entstehen, weil dieser nicht übermäßig groß ist. Die Show von Postmodern Jukebox lebt von ihrer handwerklichen Präzision, aber brilliert dank der Interaktion mit dem Publikum. Dafür kann der Saal auch ruhig mal eine Nummer kleiner, die Stimmung noch etwas intimer sein. Am Ende bleibt nur die Freude, Gast auf dieser Party gewesen sein zu dürfen.